EVANGELISCHE STIFTUNG - PFLEGE SCHÖNAU
 

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Neuigkeiten

14.02.2019 ESPS investiert in Neubauprojekt auf Flächen der Campbell Barracks

Die Evangelische Stiftung Pflege Schönau (ESPS) erweitert ihr Wohnungsangebot in Heidelberg. Insgesamt 38 Wohnungen entstehen auf den Konversionsflächen der Campbell Barracks. Die Fertigstellung ist für 2022 geplant.

"38 neue Wohnungen für Heidelberg, 32 davon im preisgedämpften Segment -angesichts des knappen Wohnraums in der Universitätsstadt ist das der Beitrag, den wir als Stiftung der Evangelischen Landeskirche in Baden leisten", erläutert Ingo Strugalla, Geschäftsführender Vorstand der ESPS das Vorhaben.

Entstehen wird ein dreigeschossiges Gebäude mit einer Fläche von insgesamt 3.560 Quadratmetern. Darin enthalten ist sowohl Wohnfläche als auch Fläche für drei Gewerbeeinheiten. Die Stiftung setzt mit diesem Projekt weiter ihre Strategie um, ihren Bestand von derzeit 800 Wohnungen bis 2025 zu verdoppeln. "Geplant ist, dass wir mit der Mehrzahl der Wohnungen auf den Campbell Barracks sozialen Wohnraum für Interessenten schaffen, die einen Wohnberechtigungsschein haben", so Strugalla weiter.

 

Damit folgt die Stiftung der Empfehlung des Rats der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD), den Wohnungsmarkt stärker für Benachteiligte nutzbar zu machen. Die ESPS realisiert das Vorhaben mit der BPD Immobilienentwicklung GmbH. Neben dem Neubau in Heidelberg plant die ESPS den Bau von insgesamt 105 weiteren Wohnungen in Mannheim und Freiburg. Alle drei Bauprojekte sollen in diesem Jahr starten.

 

Erläuterung zum Foto: Das Luftbild zeigt die Campbell Barracks von Ost nach West. Das Baufeld der ESPS ist mit einem roten Pfeil markiert.

 

Foto: Klaus Venus

22.01.2019 2019: Das Erbbaurecht wird 100 Jahre alt

Vor fast genau 100 Jahren, am 15.01.1919, trat das deutsche Erbbaurechtsgesetz in Kraft. Schon vor dem Ersten Weltkrieg war der Wohnraum in den Städten knapp. Die Situation verschärfte sich durch Rückkehrer und Flüchtlinge, die nun in die Städte drängten.

In dieser Situation sollte das Erbbaurecht auch Menschen mit wenig Einkommen Wohneigentum ermöglichen und Bodenspekulationen vorbeugen. "Heute ist diese Idee angesichts steigender Mieten und Kaufpreise so aktuell wie selten", lautet die Einschätzung des Deutschen Erbbaurechtsverbands.

 

Vor allem für Kommunen wird das Erbbaurecht immer attraktiver. Denn als Erbbaurechtsausgeber können sie Einfluss auf die Bebauung und Verwendung des Erbbaurechts nehmen. Damit schaffen sie für ihre Bürgerinnen und Bürger, die mit steigenden Mieten und Kaufpreisen zu kämpfen haben, bezahlbaren Wohnraum. Die Trennung zwischen Eigentum am Grundstück und Eigentum auf dem darauf stehenden Gebäude ermöglicht es gerade auch weniger finanzstarken Häuslebauern, in den eigenen vier Wänden zu leben.

 

Auch auf Bundesebene ist das Thema angekommen. 2016 hat die Regierung die verstärkte Nutzung des Erbbaurechts zum Bestandteil ihres Koalitionsvertrags gemacht. In der Erklärung zum Wohnungsgipfel im September 2018 kündigt die Regierung an, für bundeseigene Grundstücke die rechtlichen Grundlagen zu schaffen, um auch das Erbbaurecht nutzen zu können. Außerdem soll die Expertenkommission "Nachhaltige
Baulandmobilisierung und Bodenpolitik" bis Sommer 2019 Vorschläge für eine bessere Baulandpolitik erarbeiten. Dabei lotet sie unter anderem das Potenzial des Erbbaurechts für den Bau bezahlbarer Wohnungen aus. "Das Interesse am Erbbaurecht steigt merklich an", sagt Hans-Christian Biallas. Präsident des Erbbaurechtsverbandes. "Das zeigt: Auch nach 100 Jahren ist es nicht aus der Mode gekommen – ganz im Gegenteil."

 

Die Evangelische Stiftung Pflege Schönau (ESPS) verwaltet über 13.000 Erbbaurechte in Baden. Damit ist die ESPS bundesweit die größte kirchliche Ausgeberin von Erbbaurechten und nach der Klosterkammer Hannover die zweitgrößte Institution in diesem Marktsegment überhaupt.