EVANGELISCHE STIFTUNG - PFLEGE SCHÖNAU
 
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Stiftung

Jahresbericht 2018: "Wandel gestalten"

Den "Wandel gestalten"- das Motto des Jahresberichts 2018 der Evangelischen Stiftung Pflege Schönau (ESPS) bringt die Herausforderungen der letzten Jahre sehr gut auf den Punkt.
Die beiden großen Kirchen in Deutschland werden bis 2060 jedes zweite Mitglied verlieren. Diese Prognose der Universität Freiburg zur Entwicklung der Mitglieder und Kirchensteuereinnahmen ist ein starkes Signal, das den Blick auf den Stiftungszweck der ESPS verändert.

"Wir können die Probleme nicht alleine lösen. Aber als Unternehmen der Evangelischen Landeskirche in Baden und als zuverlässiger Unterstützer der rund 700 Kirchengemeinden in Baden tragen wir unseren Teil dazu bei.", sagt Ingo Strugalla, geschäftsführender Vorstand der Evangelischen Stiftung Pflege Schönau.

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Waldgipfel: Notfallmaßnahmen erarbeitet. Oberstes Ziel: Den Wald erhalten

„Die Wälder in Baden-Württemberg befinden sich in einer Ausnahmesituation. Der Klimawandel hat den Wäldern mit Dürre, Hitze und Schädlingen stark zugesetzt. Unser oberstes Ziel ist es, den Wald mit all seinen Leistungen für Mensch und Umwelt zu erhalten. Mit dem Notfallplan wollen wir ein Zeichen für den Wald und seine Erhaltung setzen. Der Notfallplan ist ein Signal für entschlossenes Handeln, um den Auswirkungen des Klimawandels gemeinsam zu begegnen“, sagte der Minister der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, am 2. September in Rahmen des Waldgipfels in Stuttgart.

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ESPS nimmt am Waldgipfel Baden-Württemberg am 2. September 2019 in Stuttgart teil

„Sehr viele Wälder der rund 240.000 Waldbesitzer im Land sind durch den Klimawandel stehend K.O.. Die Waldwirtschaft sieht sich auf einer Fläche von rund 1,4 Millionen Hektar Wald im Land Herausforderungen gegenüber, die sie nur mit größtmöglicher Unterstützung durch die Gesellschaft wird meistern können“, sagte Forstminister Peter Hauk, Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg. Der Wald sei für Baden-Württemberg zu wichtig, als dass man ihn tatenlos dem Klimawandel und seinen Folgen preisgeben könne. Frank Philipp, Abteilungsleiter Forst der Evangelischen Stiftung Pflege Schönau (ESPS), nimmt an den Beratungen teil. Die ESPS ist die größte körperschaftliche Waldbesitzerin in Baden-Württemberg.

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Forstbetrieb der Stiftung verzeichnet historischen Höchststand an Schadholz

Das Forstwirtschaftsjahr 2019 der Evangelischen Stiftung Pflege Schönau (ESPS) zeigt dramatische Zahlen. Bereits Ende Juli verzeichnet die Stiftung knapp 80 Prozent der Menge an „Käferholz“, die 2018 im gesamten Jahr anfiel. Grund für diese im Vergleich zum Vorjahr markant gestiegene Menge Schadholz ist der Insektenbefall der Bäume. Die anhaltende Trockenheit schwächt die Bäume und begünstigt, dass die Insekten sich extrem vermehren. „Als Stiftung müssen wir den wirtschaftlichen Schaden im Forst im Blick haben. Dennoch ist uns allen klar, dass die Schädigung der Natur die eigentliche Katastrophe ist, deren Auswirkung gar nicht zu beziffern ist,“ erläutert Steffen Ellwanger, Förster der ESPS die Situation.

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Baumhaus-Camp im Wald der Evangelischen Stiftung Pflege Schönau wird weiter ausgebaut

35 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren proben den Alltag abseits der Zivilisation im selbst gebauten Baumhaus. Vom 22. bis 31. August findet zum vierten Mal das Baumhaus-Camp im Wald der Evangelischen Stiftung Pflege Schönau (ESPS) in Michelbuch bei Neckarsteinach statt. Die Jugendlichen bauen ein vollständig bewohnbares Baumhaus inklusive Swimming-Pool und Personenaufzug.

14 Plattformen sollen es am Ende sein, die den Jugendlichen als Zuhause auf Zeit hoch in den Wipfeln der Bäume dienen. Dabei werden die Teilnehmer des Camps unter Anleitung der Betreuer die sieben Plattformen weiter ausbauen, die vom letztjährigen Camp im Michelbucher Wald stehen.

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Mit Oberkirchenrat Martin Wollinsky, Leiter des Referates Finanzen im Evangelischen Oberkirchenrat und Vorsitzender des Stiftungsrates der ESPS, spricht Strugalla im Jahresbericht 2018 über den Wandel in Gesellschaft und Kirche und die daraus resultierenden Folgen: für die Landeskirche, die ESPS und die Menschen in den Kirchengemeinden.

 

Mehr als 80 Millionen Euro hat die ESPS 2018 an die Landeskirche überwiesen: rund 10 Millionen Euro zur Erfüllung ihres historischen Stiftungszwecks, der Finanzierung kirchlichen Bauens und von Pfarrstellen und 70 Millionen Euro für die Versorgungsstiftung der Landeskirche, die die Renten der kirchlichen Mitarbeitenden für die Zukunft absichern soll.

 

Damit die ESPS auch in Zukunft kirchliches Leben überall in Baden unterstützen kann, hat sich die Stiftung in den letzten Jahren zu einem modernen, kirchlichen Immobilienunternehmen entwickelt. Nur so ist es möglich, die sich verändernden Anforderungen zuverlässig zu erfüllen.

 

Den "Wandel gestalten" - wie die ESPS diesen Herausforderungen begegnet, erfahren Sie im Jahresbericht 2018:      Download

Vertreterinnen und Vertreter der Verbände aus den Bereichen Wald, Erholung-, Umwelt- und Naturschutz, der Bauernverbände, der Kirchen, den kommunalen Landesverbänden, der Sägeindustrie, der Politik und der Wissenschaft waren geladen. Die über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten, nach einer Darstellung der aktuellen Situation im Land, den von Minister Hauk vorgelegten Entwurf eines Notfallplans Wald für Baden-Württemberg. Die Ergebnisse des Gipfels werde Hauk im Kabinett vorstellen und beim Waldgipfel der  Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner Ende September einfließen lassen. 
Auf dem Waldgipfel wurde deutlich, dass bei allen Betroffenen größte Sorge vorhanden ist und die Bereitschaft, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten. Deutlich wurde, dass zur Finanzierung des zusätzlichen Personalbedarfs, der neuen Fördermaßnahmen und Forschungsvorhaben im nächsten Doppelhaushalt jährlich 40 Millionen Euro benötigt werden. „Wir haben uns ein genaues Bild von der Situation gemacht und auch unsere Wissenschaftler in die Bewertung der Lage einbezogen. Gemeinsam mit allen Verantwortlichen müssen wir nun handeln. Der Notfallplan ist dabei ein erster Schritt. Klar ist, dass am Ende ein Masterplan auf dem Tisch liegen muss, der den Wald langfristig fit für den Klimawandel macht“, betonte der Minister.
 
Insgesamt brauche es erhebliche finanzielle Mittel, um die nach der Krisenbewältigung anzugehende Wiederbewaldung zu ermöglichen. „Deshalb habe ich mich beim Bund dafür eingesetzt, dass die forstlichen Maßnahmen im Rahmen der GAK-Förderung für die kommenden vier Jahre auf Bundesebene um weitere 800 Millionen Euro aufgestockt werden“, so Hauk. Baden-Württemberg müsse diese Fördermaßnahmen dann mit circa 15 Millionen Euro jährlich über vier Jahre hinweg aus Landesmitteln kofinanzieren.
 
„Für die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer soll der Notfallplan eine handfeste und kurzfristige Unterstützung sein. Wir lassen die Betroffenen mit ihren erheblichen Schäden nicht allein. Der Notfallplan zeigt zudem auf, wie wir gemeinsam der Bedrohung rasch entgegentreten können“, so der Minister. Die geschaffenen Fördermaßnahmen würden beibehalten und noch weiter ausgebaut werden.
 
Noch in diesem Jahr sollen Beihilfen für Aufarbeitung und Entrindung freigegeben und Sammelanträge forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse gefördert werden. Ein wichtiges neues Förderelement sei der kurzfristig umsetzbare Einsatz von angelernten Hilfskräften, die als Unterstützung im Bereich des Borkenkäfermonitorings helfen können, die weitere Verbreitung des Borkenkäfers einzudämmen.

 

Naturnah bewirtschaftete Wälder seien ideal, um die vielfältigen Anforderungen der Gesellschaft an den Wald bestmöglich zu erfüllen. Der Waldumbau müsse Zug um Zug und mit Sachverstand vonstattengehen. „Das Thema wird uns auf Jahre und Jahrzehnte hinaus beschäftigen“, betonte Minister Hauk. Ziel des Waldgipfels am 2. September ist es, die Anforderungen an einen ‚Notfallplan Wald‘ gemeinsam mit den Verbänden zu erarbeiten und einen ‚Masterplan Wald‘ für die mittel- und langfristigen Handlungsfelder zu entwickeln. 

Insgesamt hat die Stiftung bis Ende Juli rund 33.200 Festmeter Holz geerntet. Davon wurden jedoch nur etwa die Hälfte planmäßig eingeschlagen. Die andere Hälfte des Holzes musste aufgrund von Schäden geschlagen werden, Hauptursache sind Insekten. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren betrug der Anteil an Käferholz an der gesamten Jahresernte lediglich 2,6 Prozent. Eine Entwicklung, die, so Ellwanger, die Stiftung und alle anderen Waldbesitzer und Forstbetriebe vor dieselben großen Herausforderungen stelle.

Douglasie statt Fichte: Ökosystem erhalten
Die Stiftung bewirtschaftet 7.500 Hektar Wald im Odenwald, Kraichgau und Schwarzwald. Sie ist die größte körperschaftliche Waldbesitzerin in Baden-Württemberg. Entsprechend hoch ist ihre Verantwortung, den Wald als Naherholungsraum der Region wie auch den Lebensraum für Flora und Fauna zu erhalten. Das bedeutet: Die Stiftung muss mittelfristig Lösungen finden, um den Wald nachhaltig resistenter gegen die Auswirkungen des Klimawandels zu machen. So haben die Förster der ESPS bereits damit begonnen, den Baumbestand behutsam umzubauen. Die Experten pflanzen bevorzugt klimatolerantere Baumarten wie Douglasie, Tanne, Eiche, versuchsweise auch Baumhasel. Die Fichte wird langsam reduziert. Insbesondere die Douglasie wird im Wald der ESPS schon seit den 1970er intensiver angebaut. Sie hat aktuell einen Anteil von 10 Prozent, die Fichte liegt bei rund 33 Prozent. Dieser Anteil wird sich langsam weiter zugunsten der Douglasie verschieben.

Holz auf Halde: Sägewerke sind dicht
In den Sägewerken kommt es durch den massiven Holzeinschlag zum Preis-Dumping. Außerdem bringt das Überangebot an Holz die Sägewerke an die Grenzen ihrer Kapazität, sie können kein Holz zur Weiterverarbeitung mehr annehmen. Um Abhilfe zu schaffen, hat die ESPS Zwischenlager eingerichtet. Die Lager befinden sich in Fahrenbach im Odenwald und in Neckarbischofsheim. Hier werden große Mengen des geernteten Holzes trocken zwischengelagert: „Wir sind gezwungen, die geschädigten Bäume zu fällen, können sie aber nicht im Wald belassen, da die Käfer sonst noch gesunde Bäume befallen würden. Da die Sägewerke zum Teil nichts mehr abnehmen, mussten wir diese Lösung finden“, erklärt Steffen Ellwanger.

Klimawandel durch eigenes Verhalten beeinflussen
Um auf unser Verhalten einzuwirken, das den Klimawandel mit verursacht, bietet die ESPS beispielsweise zahlreiche waldpädagogische Aktivitäten. Sie unterstützt das jährlich stattfindende Baumhaus-Camp der Evangelischen Landeskirche in Baden, hat sich selbst als Organisation dem zertifizierten Umweltprogramm des „Grünen Gockels“ verpflichtet und tourt mit dem Waldmobil durch Schulen und Kindergärten der Region. „Schöpfung bewahren heißt konkret, dass wir jungen Menschen Respekt vor der Natur und die ökologischen Zusammenhänge vermitteln, sagt Förster und Waldpädagoge Ellwanger.

 

„Ziel des einzigartigen Projekts ist es, junge Menschen anzuleiten, bewohnbare Baumhäuser zu bauen, unabhängig von ihrem Glauben oder ihrer Konfession. Das ist ein Angebot der Jugendarbeit der Evangelischen Landeskirche in Baden und des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM) in Baden“, erläutert Projektleiter Göran Schmidt.

ESPS unterstützt Baumhaus-Camp
Die Stiftung hat sich in den vergangenen Jahren als Experte für Waldpädagogik etabliert. Allein im Jahr 2018 konnten der zertifizierte Waldpädagoge und Mitarbeiter der Stiftung, Steffen Ellwanger mit dem Waldmobil der ESPS rund 1.600 Besucher für ihre Walderlebnisaktionen begeistern. Die Stiftung unterstützt das Camp, indem sie die Flächen im Wald und Material zur Verfügung stellt. Veranstalter des Camps ist der CVJM Baumhauscamp e.V. 

Christliche Lebenswerte im Fokus
Glaubwürdigkeit, Wertschätzung, Selbstbeschränkung, Solidarität, Gerechtigkeit, Verantwortung für sich und andere übernehmen – das sind die Werte, die die Teilnehmer ganz praktisch beim Bau des Baumhauses und in der Gemeinschaft erleben können. Sie sollen Lust machen auf christlichen Glauben und Kirche. „Gerade auf der Ebene des Miteinanders über diese 10 Tage erleben wir, dass sich viele Jugendliche begeistern lassen, die sonst eher distanziert zu Kirche und Glauben stehen“, so Schmidt weiter. Das Baumhaus bleibt nach Ende des Camps bis zum Sommer 2020 stehen und kann über die Homepage https://www.forsthaus-michelbuch.org/ von Interessierten angemietet werden. Während des Camps ist die Öffentlichkeit sehr herzlich zum Besuchertag am 31. August von 11 bis 16 Uhr eingeladen.
 


Daten und Fakten Baumhaus-Camp 2019

Wo: Wald der Evangelischen Stiftung Pflege Schönau, 69239 Michelbuch bei Neckarsteinach. Ab dem Wanderparkplatz Kreuzschlag ist der Waldweg zum Camp beschildert. Alternativ verkehrt am Besuchertag ein Shuttle-Bus. GPS: 49°26'01.3"N 8°51'06.7"E

Dauer: 22. bis 31. August

Konstruktion: Ausbau der Plattformen aus 2018. 7 Plattformen stehen bereits, 6 bis neue 7 Plattformen kommen dazu.

Maximale Höhe: 17 Meter

Geplante Gesamtfläche Baumhaus: 700 Quadratmeter

Teilnehmer: 35 Jugendliche im Alter zwischen 14 bis 18 Jahren, 25 Betreuer

Eingesetztes Material: ca. 250 Baumstämme aus dem Wald der Stiftung, ca. 16 km Seil, 25 kg Nägel, 350 Quadratmeter Bretter

Mehr unter:
www.baumhauscamp.org/

Das Rhein-Neckar-Fernsehens hat am 28. August 2019 über das Baumhaus-Camp berichtet:
Link zur Mediathek

Die Evangelische Stiftung Pflege Schönau (ESPS) ist eine Vermögensverwaltung der Evangelischen Landeskirche in Baden. Das von ihr verwaltete Stiftungsvermögen ist der Landeskirche gewidmet. Aus rund 21.000 Erbbau- und Pachtverträgen, Investitionen in Immobilienfonds, der Vermietung von rund 800 Wohnungen sowie der Bewirtschaftung von 7.500 Hektar Wald erzielt die Stiftung Erlöse, um ihren Stiftungszweck zu erfüllen:

kirchliches Bauen zu finanzieren und Besoldungsbeiträge für Pfarrstellen bereitzustellen. Darüber hinaus stellt die ESPS weitere finanzielle Mittel für den Haushalt der Evangelischen Landeskirche bereit.

 

Das Stiftungsvermögen stammt aus dem ehemaligen Kloster Schönau (Odenwald), das 1560 im Zuge der Reformation aufgelöst wurde und seitdem durch einen "Pfleger" bestellt wird. Die heutige Stiftung mit 77 Mitarbeitern ist eine der ältesten Institutionen Heidelbergs.

Nachhaltigkeit.

 

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Seit 1560.